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Tag 11: 02.11.2019 Mingun, Mandalay und Fotografen-Glück

Heute Morgen nimmt uns Momo mit auf eine Fähre. Wir fahren auf die andere Seite des Ayeyarwady nach Mingun.

Nachdem wir die übliche Heizdeckenveranstaltung hinter uns gebracht haben gehen wir von Bord und marschieren einen kurzen Weg bei bereits wahnsinniger Hitze zur unvollendeten Pagode.

Die Mingun Pagode (oder auch Mantara Gyi Pagode) sollte ursprünglich die größte bzw. höchste Pagode der Welt werden (152m). König Bodawpaya wollte mit dem gewaltigen Bau seine Macht zur Schau stellen. Der Baubeginn war 1790. Dazu kam es nach mehr als 20 Jahren Bauzeit aber nicht, da man nach dem Bau des gewaltigen Sockels keine Fachkräfte hatte, die hätten sagen können, wie das funktionieren soll.

Heute steht also nur ca. 1/3, denn der Sockel ist 52 m hoch.

Beim großen Erdbeben von 1838 stürzten Teile der Pagode ein. Ebenso wurden 2 gewaltige Cinthes (löwenähnliche Figuren), die die Pagode bewachen sollten wurden ebenfalls zerstört.

Ein ca. 5 m großes Modell der fertigen Pagode ist am Rand ausgestellt. Man kann sich so eine Vorstellung machen, wie gewaltig das fertige Bauwerk hätte aussehen sollen.

Nebenan befindet sich in einer kleinen Halle die größte klingende Glocke der Welt. Sie hat einen Durchmesser von 5 m und wiegt fast 90 t.

In Moskau gibt es zwar eine größere Glocke, aber diese kann nicht zum Klingen gebracht werden.

Ein paar Meter weiter besichtigen wir die schneeweiße Hsinbyume Pagode, die König Bagyidaw 1816 für seine verstorbene Lieblingsfrau Hsinbyume errichten lies. Es ist unglaublich heiß und die Pagode blendet die Augen, so weiß ist sie.

Wäre ein tolles Fotomotiv, wenn die Hitze und die anderen Touristen nicht währen ;-)

Es geht mit der Fähre zurück nach Mandalay. Die Hitze macht einem zu schaffen.

Wir fahren in den ehemaligen königlichen Palast. Ich bin aber nicht mehr so aufnahmefähig und richtig prickelnd ist es auch nicht. Der Palast hat riesige Dimensionen und ist quadratisch angelegt. Drumherum ist er von Wasser umgeben. Die Kantenlänge beträgt 2 km!!

Weiter geht es zu einem Kloster (!), gähn. Kennste eines, kennste alle ;-)

Dann wird es interessant. Wir besichtigen das größte Buch der Welt: Die Kuthodaw Pagode.

In insgesamt 729 (!) Stupas ist das komplette Leben Buddhas und seine Lehre regelrecht in Stein gemeißelt, nämlich in Marmorplatten. Die Pagode hat ihren Weg ins UNESCO Verzeichnis geschafft.

Was wir nicht ganz verstanden haben: Bei der Weiterfahrt gibt es die gleiche Anlage wohl noch ein zweites Mal (!!) nebenan. Allerdings sind die Inschriften hier in Pali geschrieben. Hier verirren sich wohl kaum Touristen.

Und dann habe ich ein bisschen Glück. In einem der viele Gänge posiert ein "Model" in traditioneller Bekleidung und mit einem traditionellen Papierschirm für einen Fotografen (mit Smartphone ??!!??). Ich erkenne die Situation sofort und zücke meine fette D800 (die, die ja automatisch perfekte Bilder macht, sobald man sie sich um die Schulter hängt) und versuche mein Glück.

Natürlich halte ich mich hinter dem anderen Fotografen zurück, aber versuche doch einen bestmöglichen Blick zu bekommen. Ich bin mit der Ausbeute am Ende sehr zufrieden :-) Das Model hat mich natürlich wahrgenommen (D800 kann man nicht übersehen ;-) ) und als ich mich um die nächste Ecke schummle, lächelt Sie direkt in meine Kamera. Perfekt :-) 

Leider war keine Zeit mehr, denn es hätte mich schon interessiert, was denn der Zweck des Shootings war.

Die Zeit schreitet voran und zum Sonnenuntergang wollen wir auf dem Mandalay Hill sein. Von dort soll es einen tollen Blick auf die Stadt geben.

Natürlich sind wir wieder nicht alleine. Aber wir haben einen guten Platz direkt am Geländer.

Und während wir so warten und am Horizont langsam die Sonne hinter einem Gebirgszug versinkt spricht mich ein Mönch an. Sein Name ist Sunny, wie passend :-)

Dummerweise bin ich am Anfang etwas spröde, weil misstrauisch. Bisher hat mich noch kein Mönch angesprochen und außerdem sind hier mehrere unterwegs. Die Lehren der Vergangenheit haben mich zu einem vorsichtigen Menschen in bestimmten Situationen gemacht, obwohl ich an sich schon direkt auf Leute zugehe und sie auch direkt ohne zu zögern mit Fragen konfrontiere. Aber wenige schlechte Menschen (Erfahrung aus Rom) führen am Ende dazu, dass die guten Menschen das zu spüren bekommen. Schade.

Egal, das Gespräch entwickelt sich. Ich vermute, er möchte seine Sprachkenntnisse (englisch) trainieren. Kommt auch mir zu Gute.

Er fragt mich zu Deutschland, Essen und dem Wetter aus. Es ist ein nettes, kurzweiliges Gespräch. Als die Sonne langsam am Horizont versinkt halte ich Ausschau nach Simone, was Sunny dazu veranlasst zu fragen, ob er sich entfernen soll. Wow. Sorry, nein.

Wir schwätzen ein bisschen weiter und dann bricht er doch auf. Er hat noch ca. 1 Stunde Fußmarsch ins Kloster vor sich. Bye, Sunny. War nett. Der Sonnenuntergang war eher ziemlich unspektakulär.



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